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Archive for July, 2010

Ke Nako – Afrika jetzt!

July 05, 2010 By: Gruppe08 Category: Allgemein Comments Off on Ke Nako – Afrika jetzt!

Amnesty International hat sich in internationalen Diskussionen mit ihren Mitgliedern schon vor einiger Zeit darauf verständigt, den afrikanischen Kontinent ins AI-Zentrum zu rücken, und die Arbeit von AfrikanerInnen, die sich vor Ort für Menschenrechte einsetzen, mehr zu unterstützen. In vielen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent gibt es schon länger Amnesty-AktivistInnen, wie z. B. in Burkina Faso, Elfenbeinküste, Kenia, Mali, Marokko/Westsahara, Sierra Leone, Simbabwe, Südafrika oder Tunesien.

Die Welt blickt derzeit geschockt auf die größte Umweltkatastrophe der westlichen Welt, die intensiv medial begleitet wird. Täglich kommen neue Fakten ans Licht, die vermuten lassen, dass hier schon im Vorfeld viel ignoriert und mit großer Arroganz gehandelt wurde.

AI richtet bereits seit Beginn des Jahres, im Rahmen der Kampagne „Menschenrechte gegen Armut“ den Fokus auf Nigeria. Kein Staat in Afrika fördert mehr Erdöl. Aber trotz des Ölreichtums lebt die Hälfte der 140 Millionen EinwohnerInnen in Armut.

Celestine AkpoBari setzt sich mit seiner Organisation „Social Action“ gegen Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Nigeria ein. Er ist Mitglied des Volkes der Ogoni, dem auch Ken Saro-Wiwa angehörte. Der Schriftsteller und Umweltaktivist, der am 10. November 1995 zusammen mit acht anderen Mitstreitern in der nigerianischen „Ölhauptstadt“ Port Harcourt erhängt wurde, weil der nigerianischen Regierung die Ölförderung und der Shell-Konzern wichtiger war als Ihre BürgerInnen. Selbst die Verleihung des alternativen Friedensnobelpreises, des Preises der österr. Bruno-Kreisky-Stiftung und die Nominierung für den Friedensnobelpreis konnten ihn nicht retten.

Celestine AkpoBari war im April in Wien, bei unserer alljährlichen Mitgliederversammlung. Hier ein Auszug aus einem Interview mit dem AMNESTY JOURNAL Mai 2010:

Amnesty Journal: Der Konflikt um die Ölförderung im Nigerdelta besteht seit Jahrzehnten. Hat sich 15 Jahre nach der Hinrichtung von Ken Saro-Wiwa etwas zum Besseren gewendet?
Celestine AkpoBari: Nein, es ist schlimmer geworden. Schon beim kleinsten Zwischenfall rufen die Manager der Ölfirmen heute im Ministerium an. Sie finanzieren die Wahlkämpfe der Politiker, und nigerianische Soldaten bewachen ihre Förderanlagen. Die sehen mittlerweile aus wie Militärbasen! Der nigerianische Staat gibt nicht seinen BürgerInnen, sondern den Ölkonzernen Sicherheit. Und die Waffen der Sicherheitsleute sind mit nigerianischem Geld bezahlt.

Celestine AkpoBari hat im Internet Bilder veröffentlicht, die die Zerstörungen im Niger-Delta veranschaulichen sollen:

Ein weiteres wichtiges Anliegen für den nigerianischen Menschenrechtsverteidiger ist der Kampf gegen illegale Zwangsräumungen in Port Harcourt, der größten Stadt der Deltaregion.

HIER können Sie gegen illegale Zwangsräumungen in Port Harcourt sowie in Kenia aktiv werden!

Sylvia Pumberger