Der 10. Oktober 2009 ist ein wichtiges Datum für AI-AktivistInnen.
Eines unserer Kernthemen ist die Abschaffung der Todesstrafe. Der jüngste Fall in den USA ist wohl eine Ausnahme, doch zeigt er wohl eines der vielen Argumente dagegen auf. Keine Vollstreckung der Todesstrafe wird auch mit dem besten Bemühen je human sein. In diesem Fall war der Todeskandidat bereit, aber es konnte keine Vene für die vorgesehene Giftspritze gefunden werden, somit musste die Hinrichtung aufgeschoben werden.
Die Forderung für die Abschaffung der Todesstrafe ist kein Zeichen dafür, dass das Leid der Opfer nicht respektiert wird und unbeachtet bleibt. Jeder von uns, der oder die für die Abschaffung der Todesstrafe eintritt, hat auch Verständnis für die Sichtweise der Opfer und deren Angehörigen. Es ist aber unsere Überzeugung, dass es andere Mittel braucht, um die Spirale von Unrecht zu durchbrechen.
Rationale Argumente dagegen gibt es genug, die sind mittlerweile wahrscheinlich bekannt. Die Fakten sprechen dafür, dass das Bewusstsein für die Abschaffung der Todesstrafe gestiegen ist. Österreich hat die Todesstrafe 1968 abgeschafft. Diese Abschaffung hat auch Verfassungsrang.
Aktuelle Fakten (Quelle: www.amnesty.at)
Mehr als 2/3 aller Länder haben die Todesstrafe bereits per Gesetz oder in der Praxis
abgeschafft.
• 94 Staaten haben die Todesstrafe vollständig abgeschafft.
• 10 Staaten sehen die Todesstrafe nur noch für außergewöhnliche Straftaten wie etwa
Kriegsverbrechen oder Vergehen nach Militärrecht vor.
• 35 Staaten haben die Todesstrafe in der Praxis, aber nicht im Gesetz abgeschafft.
Somit wenden momentan insgesamt 139 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an.
• 58 Staaten halten weiterhin an der Todesstrafe fest.
Detailinfos und Aktionen finden Sie unter folgendem Link:
http://www.amnesty.at/aktiv_werden/stopp_keine_todesstrafe_an_minderjaehrigen/
Sylvia Pumberger