Der Jahresbericht 2013 von Amnesty International ist da. Auf knapp 500 Seiten gibt er einen Überblick über die aktuelle Lage der Menschenrechte weltweit. Wir haben mit Heinz Patzelt, dem Generalsekretär von Amnesty International Österreich, gesprochen.
Der Amnesty-Jahresbericht ist, um Amnesty Österreich – Generalsekretär Heinz Patzelt zu zitieren, “ein Nachschlagewerk des menschlichen Grauens, von Folter über Todesstrafe, Menschenverschwindenlassen, Diskriminierung, Unrecht in jeglicher Form, nüchtern dokumentiert in Zahlen, Daten, Fakten.” Was aber bringt uns dieser Almanach der Menschenrechtsthemen und -brennpunkte? Was erwartet sich Amnesty von ihm, was bewirkt er? Und, vor allem, was steht 2013 eigentlich drin? Welche menschenrechtlichen Entwicklungen haben sich in den letzten Monaten ergeben?
Über diese Themen und einiges mehr haben wir in der Juni-Ausgabe unserer Radiosendung “Amnesty informiert” mit AI-Generalsekretär Heinz Patzelt gesprochen. Außerdem berichten wir über aktuelle Ereignisse und Aktionen aus dem Bereich der Menschenrechte.
Am 18. Mai 2013 war die Amnesty International Gruppe 8 aus Linz wieder beim Fair Planet Fest zu finden. Dieses Jahr hatten wir, neben unserem obligatorischen Infostand, einen Flashmob vorbereitet, um unsere KampagneHuman Rights Here, Roma Rights Nowzu verbreiten. Dank einiger UnterstützerInnen (die im Video unten zu sehen sind), konnten wir auf dem Gelände des Festes die Aufmerksamkeit des Publikums für einige Minuten auf die Diskriminierung von Roma in der EU lenken.
Video: Melanie Kwetina
Musik: Anti Flag feat. Donots, Ian D´Sa & Bernd Beatsteaks – “Toast to Freedom”, unterstützt Amnesty und kauft diese Benefiz-Single als MP3 via http://toasttofreedom.org/ oder als Vinyl hier!
In Ottensheim an der Donau steht ein kleines, buntes Fischerboot aus Westafrika. Wie es dahin kam und was dahintersteckt, besprechen wir in der aktuellen Ausgabe unserer Radiosendung.
Jeden Tag versuchen hunderte Flüchtlinge von Afrikas Küsten aus Europa zu erreichen. Viele kommen dabei um, ertrinken, verdursten auf hoher See.
Europa schaut weg- die großen Medien berichten nur selten, die Politik scheint die Tragik nur zu fördern, und wir Bürger verdrängen, wieviel Leid hinter unserem Reichtum stecken könnte.
In der Sendung sprechen wir mit der Bürgermeisterin von Ottensheim, Frau Böker, und mit Elias Bierdel, der 2004 siebenunddreißig Flüchtlingen das Leben rettete und deswegen mehrere Jahre wegen Schlepperei vor einem italienischen Gericht stand.
Gestaltung und Moderation: Sarah Berger
Zum Stream und Download der Sendung (aus urheberrechtlichen Gründen ohne Musik) geht es hier.
In der April-Ausgabe unserer Radiosendung “Amnesty informiert” führt Brigitte Egartner ein Gespräch mit Pater Jakob Förg, der vor über 40 Jahren die ehrenamtliche Gruppe 8 Linz gegründet hat. Mit ihm und mit Bani Kastl, einem langjährigen Gruppenmitglied, spricht sie über die damalige Zeit, ihre Motivationen, über die Reaktionen der Menschen und Behörden.
Der Link befindet sich jetzt auf unserer Radioseite.
P. Jakob Förg (rechts vorne) bei einer öffentlichen Veranstaltung im Jahr 1973.
Am 8. April 2013 findet der Internationale Roma-Tag statt – Anlass für uns, erneut auf das Schicksal der mehrheitlich der Roma-Volksgruppe angehörigen ehemaligen BewohnerInnen der Coastei-Straße in der rumänischen Kreisstadt Cluj-Napoca aufmerksam zu machen.
76 Familien verloren im Zuge einer Zwangsräumung im Dezember 2010 ihr Zuhause. Ein Teil blieb obdachlos, ein Teil wurde in notdürftigen, unwürdigen Quartieren in Pata Rât nahe der städtischen Mülldeponie und einer Chemieabfallhalde neu angesiedelt – fernab von Schulen, öffentlichem Verkehr und Krankenhäusern.
Amnesty International sammelt bereits seit einem Jahr Unterschriften, um Druck aufzubauen und eine Verbesserung der Situation für die betroffenen Roma-Familien zu erwirken. Im Dezember 2012 konnte eine Delegation von AI-Österreich (Geschäftsführung, Ehrenamtliche,…) dem Bürgermeister von Cluj-Napoca 5.400 Unterschriften persönlich übergeben. Persönlichen Kontakt gab es auch mit den betroffenen Roma-Familien selbst und auch mit den NGOs vor Ort, auch eine gemeinsame Öffentlichkeitsaktion fand statt. Hoffnung gab zuletzt die Reaktion des zuständigen rumänischen Ministers, der erstmals öffentlich zugab, dass die “Situation der Roma in Pata Rât inakzeptabel” sei. Jetzt heißt es für uns „dran zu bleiben“, damit den jüngsten Meldungen auch Taten folgen.
„Der internationale Roma-Tag erinnert an den ersten Internationalen Roma-Kongress, der 1971 in London stattgefunden hat. Roma ist der Oberbegriff für eine Reihe ethnisch miteinander verwandter, ursprünglich aus dem indischen Subkontinent stammender Bevölkerungsgruppen. Roma leben als ethnisch-kulturelle Minderheit auf allen Kontinenten, in ihrer großen Mehrheit jedoch in Europa und dort vor allem in Südosteuropa und einigen mitteleuropäischen Staaten, sowie in Spanien und Frankreich.
Sehr viele Roma-Angehörige werden sowohl aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit als auch aufgrund ihrer sozialen Situation marginalisiert und stehen so im Schnittpunkt zweier Formen gesellschaftlicher Ausgrenzung. In manchen europäischen Staaten sind sie über eine gesellschaftliche Randstellung hinaus noch in jüngster Zeit offener Verfolgung ausgesetzt gewesen oder noch ausgesetzt.
In der etwa 700-jährigen Geschichte der Roma in Europa war die Minderheit spätestens seit Beginn des 16. Jahrhunderts zahlreichen Formen von Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt.”
Ausführliche Informationen und eine Online-Petition finden Sie HIER. Die aktuelle Petitionsliste der Kerze der Hoffnung steht HIER zum Download bereit.
Bitte sammeln Sie Unterschriften an den Bürgermeister von Cluj-Napoca, um eine Verbesserung der Wohnsituation der betroffenen Roma-Familien zu fordern!
In der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat sich eine Mehrheit der Staaten für einen Waffenhandelskontrollvertrag entschieden. 154 Staaten stimmten dafür, 23 enthielten sich, 3 waren dagegen. Sobald 50 Staaten den Vertrag ratifiziert haben, tritt er in Kraft. Der Vertrag soll verhindern, dass konventionelle Waffen in die Hände von jenen fallen, die damit Menschenrechte verletzen.Wir freuen uns über einen historischen Beschluss!